Schufa

Historie

Bereits 1927 gründete Walter Meyer zusammen mit seinem Bruder Kurt Meyer und Robert Kauffmann die Schutzgemeinschaft für Absatzfinanzierung in Berlin. Hinzu kamen in den nächsten Jahren 13 regionale Schufa-Gesellschaften, verteilt auf ganz Deutschland. Nach dem 2. Weltkrieg wurde im Jahre 1952 die Bundes-Schufa e.V. als Zusammenschluss der 13 nach dem Krieg wieder erstandenen Regionalgesellschaften gegründet. 2000 erfolgte dann die Umwandlung der bisherigen Bundes-Schufa e.V. in die Schufa Holding AG und schließlich, 2002 die Übertragung der Anteile der Regionalgesellschaften auf die Schufa Holding AG.

Datenschutz

In den 1970er Jahren des vergangenen Jahrhunderts erfolgte im Zuge der Zeit die Umstellung der Schufa-Kartei auf die elektronische Datenverarbeitung. Infolgedessen fiel diese Kartei seit 1977 unter das Bundesdatenschutzgesetz.

Der Initiative des Berliner Verbraucherschutzvereins ist es zu verdanken, dass seit 1985 Kundendaten nur noch dann an die Schufa transferiert werden dürfen, wenn diese sich damit einverstanden erklären. Die berühmte „Schufa-Klausel“ war geboren, manifestiert im Urteil des Bundesgerichtshofs vom 19.09.1985 (siehe BGHZ 95, 362 ff.).

Datenspeicherung

Die Schufa fungiert praktisch als riesiger Datenspeicher, welcher von den Vertragspartnern durch Übermittlung der relevanten Kundendaten gefüllt wird. Vertragspartner der Schufa sind in erster Linie die Banken und Sparkassen, aber auch z.B. Leasinggesellschaften, Mobilfunkunternehmen, Versandhäuser und viele andere Firmen. Um Daten übermitteln zu können, ist aufgrund der bereits erwähnten Schufa-Klausel das Einverständnis des Kunden erforderlich. Ein weiterer Datenlieferant der Schufa sind zum Beispiel die Schuldnerverzeichnisse der Amtsgerichte. Solche Daten können ohne Einverständnis des Betroffenen an die Schufa übermittelt werden.

Ist die erforderliche Einwilligung vorhanden speichert die Schufa in der Regel folgende Daten:

  • Name
  • Geburtsdatum
  • Geschlecht
  • Geburtsort
  • Aktuelle Anschrift
  • Frühere Anschriften
  • Kredit- und Leasingverträge mit Betrag und Laufzeit
  • Eröffnung eines Girokontos
  • Ausgegebene Kreditkarten
  • Einrichtung eines Telekommunikationskontos (Handyvertrag)
  • Kundenkonten des Handels, Versandhandels
  • Vertragsgemäße Abwicklung von Geschäftsbeziehungen ( = positive Merkmale)
  • Nichtvertragsgemäße Abwicklung von Geschäftsbeziehungen ( = negative Merkmale)
  • Forderungen, die fällig, ausreichend gemahnt und nicht bestritten sind
  • Forderungen nach gerichtlicher Entscheidung und deren Erledigung
  • Abgabe der Eidesstattlichen Versicherung (aus dem Schuldnerverzeichnis)
  • Haftbefehl zur Abgabe der Eidesstattlichen Versicherung
  • Beantragung/Eröffnung eines privaten Insolvenzverfahrens (Verbraucherinsolvenzverfahrens)
  • Abweisung, Einstellung des Verbraucherinsolvenzverfahrens mangels Masse

Geschäftspartner der Schufa

Die Geschäftspartner der Schufa werden in drei Kategorien unterteilt:

A-Vertragspartner (Kreditkartenunternehmen, Kreditinstitute und Leasinggesellschaften), erhalten Positiv- und Negativmerkmale.

B-Vertragspartner (Nicht-Banken: Handel, Versandhandel, Elektronischer Handel, Telekommunikations- und sonstige Unternehmen, die Leistungen und Lieferungen gegen Kredit gewähren) erhalten Negativmerkmale. Die Schufa erbringt darüber hinaus für andere Unternehmen, insbesondere Versicherungen, die ein berechtigtes Interesse nachweisen können, Dienstleistungen zur Risikosteuerung und Kundenbetreuung.

F-Vertragspartner (Inkassounternehmen) erhalten Adressdaten (laut Pressestelle der Schufa aber nur von Menschen, die bei einem Vertragsabschluss auch in die Schufa-Klausel eingewilligt hatten, also wie in allen anderen Fällen auch).

Die Mitarbeiter von „A-Vertragspartnern“ der Schufa (Banken und Sparkassen) sehen „bankrelevante“ Positiv- und Negativinformationen sowie die Negativinformationen von Unternehmen anderer Branchen (z. B. die von Telefongesellschaften oder Versandhändlern). Sie erfahren jedoch nicht, bei welchen Unternehmen Sie Kunde sind. A-Partner sehen außerdem, ob ein anderes Unternehmen in den letzten zehn Tagen eine Auskunft über Sie bei der Schufa eingeholt hat.

B-Vertragspartner (Handelsunternehmen) werden lediglich über die Art vorliegender Zahlungsstörungen informiert, nicht jedoch über die Branche oder gar darüber, um welche konkreten Unternehmen es sich handelt. Auch Telekommunikationsunternehmen gehören zu den B-Partnern. Sie wiederum erhalten zusätzlich Positiv- und Negativinformationen aus ihrer Branche.

Laut Geschäftsbericht (2002) erhalten etwa 2.000 Vertragspartner aus dem Bereich Banken A-Daten (Positiv- und Negativmerkmale). Marktabdeckung ist hier nahe 100 Prozent bei Privatbanken und zwischen 85 und 90 % bei Sparkassen und Genossenschaftsbanken. Ca. 2500 Vertragspartner aus dem Bereich Nicht-Banken erhalten B-Daten (Negativmerkmale). Empfänger sind auch externe Auftragnehmer entsprechend § 11 Bundesdatenschutzgesetz sowie externe und interne Schufa-Stellen.

Löschung der Daten

Wenn offene Forderungen erledigt, offene Kredite zurückgezahlt sind, werden die Daten normalerweise nach drei Jahren, d.h. zum Ende des dritten Kalenderjahres nach ihrer Eintragung gelöscht. Daten, die sich auf Giro- und Kreditkartenkonten sowie Handels- und Versandhandelskonten beziehen, werden nach Kontoauflösung gelöscht. Eidesstattliche Versicherungen (Offenbarungseid!) können auch früher gelöscht werden, wenn der Gläubiger dem zuständigen Amtsgericht eine entsprechende Mitteilung macht.

Von einer sofortigen Löschautomatik (beispielsweise nach einer vertragsgemäßen oder verspäteten Erledigung) kann jedoch keine Rede sein: Sofort gelöscht werden nur Einträge, die unzulässig gespeichert worden sind. Nachweislich falsche Daten werden berichtigt. Beides müssen Sie aber selbst veranlassen. Voraussetzung dafür ist in aller Regel eine Eigenauskunft.

Negativeinträge in Form von Mitteilungen über nicht vertragsgemäß abgewickelte Geschäfte („Saldo Fälligstellung“) werden frühestens am Ende des dritten Kalenderjahres nach Eintragung gelöscht. Eine Eintragung vom 8. Februar 2007 über ein „Konto in Abwicklung“ taucht also erst am 1. Januar 2011 nicht mehr in der Schufa-Datenbank auf.

ACHTUNG: Diese Löschung der negativen Daten geschieht jedoch nicht immer! Oftmals „vergessen“ die jeweiligen Gläubiger, der Schufa die Erledigung der Forderung mitzuteilen. Infolgedessen bleiben die Daten weiterhin gespeichert. Daher sollte man in gewissen zeitlichen Abständen eine Eigenauskunft bei der Schufa einholen und sich genau anschauen, welche Daten noch zu Recht gespeichert sind und welche nicht

Geht ein Geschäftsvorgang obendrein in das gerichtliche Mahnverfahren und erwirbt der Gläubiger einen gerichtlichen Vollstreckungs-„Titel“ (= „Vollstreckungsbescheid“), dann entsteht eine „titulierte Forderung“: Solche Schufa-Einträge werden taggenau drei Jahre nach einer Erledigung automatisch aus der Schufa-Datenbank entfernt. Angenommen der Gläubiger der am 8. Februar 2007 bei der Schufa eingetragenen Forderung erwirkt einen Vollstreckungsbescheid und der Schuldner zahlt am 14. Juni 2007, dann verschwindet der Negativeintrag am 14. Juni 2010.

Informationen aus öffentlichen Schuldnerverzeichnissen, Insolvenzverfahren und Erzwingungs-Haftbefehle werden von der Schufa ebenfalls erst nach drei Jahren gelöscht – gerechnet wiederum ab dem Zeitpunkt, an dem das Gericht die Löschung vorgenommen hat.
Im Unterschied zu den sonstigen Schufa-Einträgen haben Schuldner hierbei allerdings die Möglichkeit, von der Schufa die sofortige Löschung zu verlangen. Sie müssen dafür die Löschungsurkunde des Amtsgerichts vorweisen können.

Eigenauskunft

Laut Bundesdatenschutzgesetz hat jede Person das Recht auf eine Auskunft über die bei der Schufa über sie gespeicherten Daten und darauf, fehlerhafte Daten korrigieren zu lassen.
Um zu wissen, was in der eigenen Schufa-Akte gespeichert ist, kann sich jeder eine Schufa -Auskunft einholen. Dazu gibt es drei Möglichkeiten:

Die SCHUFA-Verbraucherauskunft

Die SCHUFA-Verbraucherauskunft enthält nicht alle zu Ihrer Person bei der SCHUFA gespeicherten Daten, sondern nur die Informationen, die nötig sind, um Vertrauen zwischen Ihnen und Ihrem Vertragspartner (zum Beispiel einem Vermieter oder Arbeitgeber) aufzubauen. Ein Exemplar Ihrer SCHUFA-Verbraucherauskunft können Sie per Post gegen eine Kostenerstattung von 7,80 € (inkl. 19% MwSt.) erhalten.

Was ist eine SCHUFA-Verbraucherauskunft?

Sie enthält nicht alle zu Ihrer Person bei der SCHUFA gespeicherten Daten, sondern nur die Informationen, die nötig sind, um Vertrauen zwischen Ihnen und Ihrem Vertragspartner aufzubauen. So wird gleichzeitig auch Ihre Privatsphäre geschützt. Bei rund 93 Prozent aller Personen, zu denen die SCHUFA Daten gespeichert hat, liegen ausschließlich positive Vertragsinformationen vor. Beispielsweise über Daten zu Kundenbeziehungen, bei denen ganz bequem auf Rechnung bestellt werden kann oder zu Krediten, die vertragsgemäß zurückbezahlt werden.

Was ist der Unterschied

Im Gegensatz zu Ihrer SCHUFA-Verbraucherauskunft beinhaltet die SCHUFA-Auskunft alle zu Ihrer Person gespeicherten Daten; einschließlich der Angabe, wer diese Information gemeldet hat. Wir sind der Meinung, dass diese persönlichen Daten Privatsache sind! Daher bieten wir Ihnen die SCHUFA-Verbraucherauskunft an.

Bitte klicken Sie auf die folgenden Links für weitere Informationen zur SCHUFA-Verbraucherauskunft.

Muster SCHUFA-Verbraucherauskunft

Die SCHUFA-Auskunft online

Sie informiert über alle zu Ihrer Person bei der SCHUFA gespeicherten Daten.

Vorteile für registrierte Kunden:

Direkter Online-Zugang zu Ihren SCHUFA-Daten mit Erläuterungen
Fragen und Antworten zu Ihren Daten – direkt online
Sie können die SCHUFA-Verbraucherauskunft mit Preisvorteil (3,90 € statt normal 7,80 € inkl. 19% MwSt.) sowie erweiterten Funktionen bestellen.

Mehr über die SCHUFA-Verbraucherauskunft erfahren

Sie können den SCHUFA-UpdateService bestellen – Ihr Frühwarnsystem bei Identitätsdiebstahl.

Mehr über den SCHUFA-UpdateService erfahren

Jetzt registrieren . Für einmalig 15,60 € (inkl. 19% MwSt.) erhalten Sie einen unbefristeten Zugang zu meineSCHUFA.de

Die SCHUFA Eigenauskunft

Sie informiert über alle zu Ihrer Person bei der SCHUFA gespeicherten Daten. Die Schufa bietet Ihnen verschiedene Möglichkeiten diese Auskunft zu erhalten:

Im Internet bestellen – per Post erhalten

Ein Exemplar Ihrer SCHUFA- Eigenauskunft können Sie per Post gegen eine Kosten- erstattung von 7,80 € (inkl. 19% MwSt.) erhalten.

Schriftlich bestellen – per Post erhalten

In den Verbraucherservicestellen der Schufa können Sie auch kostenlos Einblick in die zu Ihrer Person gespeicherten Daten nehmen.

Besuchen Sie eine Verbraucherservicestelle

Die angeblich einzige kostenlose Möglichkeit besteht darin, eine der Schufa-Servicestellen aufzusuchen und sich dort eine mündliche Auskunft einzuholen.

Laut eigenen Angaben holen pro Jahr über eine Million Deutsche ihre Selbstauskunft bei der Schufa ein. Die überwältigende Mehrheit zahlt dafür 7,80 Euro. Für die Schufa bedeutet das Einnahmen in Höhe von acht Millionen Euro. Und das, obwohl jeder laut Bundesdatenschutzgesetz einen gesetzlichen Anspruch auf unentgeltliche Auskunft hat.

Gemäß § 34 Abs. 5 S. 4 Bundesdatenschutzgesetz (BDSG) haben Sie einen gesetzlichen Anspruch auf unentgeltliche Auskunft zu den über Sie gespeicherten Daten. Die Schufa unterstellt jedoch ganz automatisch, dass Sie Ihre Selbstauskunft Dritten gegenüber zu wirtschaftlichen Zwecken nutzen können, beispielsweise um Ihre Kreditwürdigkeit zu belegen, und verlangt daher 7,80 Euro für eine Selbstauskunft.

In seinem Report „Ihre Schufa Auskunft KOSTENLOS“ (Wert: 7,80 Euro) zeigt der Schufa-Experte Mario Wolosz auf, wie Sie die Gebühr von 7,80 Euro, die die Schufa für eine Selbstauskunft erhebt, sparen können. Dort finden Sie auch einen komplett ausformulierten Musterantrag. Setzen Sie Ihre Adresse ein, drucken Sie den Antrag aus und schicken Sie ihn an die Schufa. Geben Sie der Schufa zwei Wochen Zeit und Sie erhalten Ihre Selbstauskunft kostenlos. Sowohl den Report als auch den Musterantrag können Sie sich kostenlos downloaden unter folgender Adresse: http://girokonto-ohne-schufa.de/mario-wolosz/

Scoring

Ein berühmt-berüchtigtes Thema ist das sogenannte Scoring. Seit 1996 bietet die Schufa Ihren Vertragspartnern den Auskunft-Scoring-Service (ASS) an. Dabei wird auf der Grundlage von statistisch-mathematischen Analyseverfahren eine Prognose über das künftige Verhalten von Personengruppen berechnet. Als Ergebnis einer solchen Berechnung erhält man den Score-Wert, der, zwischen 1 und 1000 liegend dem jeweiligen Verbraucher zugeordnet wird und die Wahrscheinlichkeit eines Kreditausfalles anzeigen soll.

Dabei gilt: je niedriger der Wert, desto größer die Ausfallwahrscheinlichkeit. Es handelt sich hierbei um die statistische Zusammenfassung von Personengruppen mit gleichen Merkmalen, also nicht um die Bewertung der Bonität eines konkreten Kunden, sondern um die Einschätzung der Kreditwürdigkeit einer Gruppe, der dieser Kunde angehört. Pech nur, wenn man der „falschen“ Gruppe angehört.

Der Score-Wert ist abhängig vom Zweck, für den er angefragt wird – so erhalten beispielsweise Versicherungen andere Scorewerte als Mobilfunkanbieter. In die Score-Werte gehen unter anderem die Anzahl der Wohnungswechsel und die Anzahl der Bankkonten ein.

Es gibt zwei Arten von Score-Werten: Die erste Art ist der Basisscore. Dieser wird in der Eigenauskunft in % angegeben und nicht täglich aktualisiert.

Die zweite Art ist der Branchenscore. Er wird tagesaktuell berechnet. Branchenscores wurden 1997 eingeführt und 2001 überarbeitet. Der Branchenscore wird nicht in der Eigenauskunft genannt. Er kann aber extra beantragt werden für eine Grundgebühr von 3 € + 1 € für jede angeforderte Art.

Der Ermittlung und Weitergabe von Score-Werten kann schriftlich bei der Schufa widersprochen werden.

Kritisiert wird dieses Verfahren vor allem deshalb, weil hier „viele Schafe über einen Kamm geschoren werden“. So kann es Ihnen passieren, dass Ihre Bonität allein aufgrund der Tatsache, dass Sie in einem „schlechten“ Viertel wohnen, in den Keller geht, obwohl Sie sich nichts zu Schulden haben kommen lassen.

Die Berechnung des Score-Wertes ist undurchsichtig und wird von der Schufa nicht offengelegt. Bis zum Jahr 2001 ist das Einholen einer Eigenauskunft als negatives Merkmal in das Scoring eingeflossen; nach massiven Protesten stellte die Schufa diese Praxis ein. Jeder Verbraucher kann bei der Schufa die Scoreübermittlung zu seiner Person untersagen. Ob dieser Antrag negative Auswirkungen auf eine spätere Kreditentscheidung hat, ist offen. Seit Anfang 2007 ist in der Eigenauskunft (online) der eigene Basis-Score-Wert in %-Werten zu sehen.

Folgende Dinge können Ihren Score-Wert senken

  • Nichtbezahlen einer Rechnung, oder nicht rechtzeitiges Bezahlen
  • überzogene Girokonten
  • vergessene Ratenzahlungen
  • häufiger Wohnsitzwechsel
  • niedriges Alter
  • häufiger Wechsel des Girokontos
  • viele verschiedene Konten
  • häufige „Kleinkredite“ bei Versandhäusern etc.
  • Wohnort in den Neuen Bundesländern oder anderen „kritischen“ Gegenden

Anteile und Beteiligungen

Die Anteile an der Schufa Holding AG liegen, gemäß Geschäftsbericht 2005, in folgenden Händen:

* 33,2 % Spezialkreditinstitute
* 24,7 % Sparkassen
* 19,5 % Privatbanken
* 7,4 % Genossenschaftsbanken
* 15,3 % Handel und Andere

Die Schufa Holding AG ist an folgenden Unternehmen beteiligt:

* insiders GmbH (Softwarehaus in Mainz) 89,3 %
* Invest Solutions GmbH 33,5 %
* Systemhaus für Finanzdienstleister InformationLinks GmbH 48 %

Kritik an der Schufa

Kritik an der Schufa kommt hauptsächlich von Verbraucherschutzverbänden, Datenschützern und Rechtsanwälten, denn die Schufa nimmt unter den Auskunfteien eine herausgehobene Stellung ein. Dies liegt an ihrer Beziehung zu den Banken und zur sonstigen Kredit gebenden Wirtschaft und an dem Umfang ihrer Daten, der daher rührt, dass es in Deutschland nur schwer möglich ist, ein Bankkonto ohne Unterzeichnung der Schufa-Klausel zu erhalten. Bei Jedermann-Konten gibt es keine Verpflichtung, die Schufa-Klausel zu unterschreiben. Solche Guthabenkonten werden überwiegend vom Sparkassenverbund angeboten, da in einzelnen Bundesländern Sparkassengesetze eine Kontoführung für jedermann vorschreiben. Begründet wird das „Schufa-System“ mit dem Hinweis, dass es nicht nur der kreditgebenden Wirtschaft nützt, sondern auch den Verbraucher vor Überschuldung schützt, was allerdings als Entmündigung des Verbrauchers kritisiert wird.

Legitimation von Anfragen

Nicht immer sind diejenigen, die begehrlich nach den gespeicherten Daten Ausschau halten auch legitimiert, diese einzusehen. So berichtet das Unabhängige Landeszentrum für Datenschutz Schleswig-Holstein in seinem 24. Tätigkeitsbericht über einen Fall, bei dem ein Geschäftsmann über eine Wohnungsverwaltungsgesellschaft, welche Vertragspartner der Schufa ist, unberechtigterweise an Schufa-Daten gekommen ist.
Auch unzulässige Gefälligkeitsabfragen von Schufa-Daten z. B. durch einen bei einem Schufa-Vertragspartner beschäftigten Bekannten sind nicht zuverlässig zu verhindern.

Gebühr

Grundsätzlich erhebt die Schufa eine Gebühr in Höhe von zurzeit 7,80 Euro für eine schriftliche Eigenauskunft. Ob diese Vorgehensweise mit dem geltenden Recht in Einklang zu bringen ist, wird vor allem von Verbraucherschützern angezweifelt, denn das Bundesdatenschutzgesetz sichert jedem Bürger gemäß § 34 Abs. 3 einen einklagbaren Rechtsanspruch auf eine schriftliche Eigenauskunft zu. Diese hat gemäß § 34 Abs. 5 Bundesdatenschutzgesetz im Grundsatz entgeltfrei zu erfolgen. Eine Ausnahme hiervon macht § 34 Abs. 5 Bundesdatenschutzgesetz lediglich insoweit, wie der Betroffene die Eigenauskunft wirtschaftlich zu seinen Gunsten nutzen kann. Genau in diese Bresche springt die Schufa natürlich und unterstellt automatisch, dass Sie Ihre Selbstauskunft Dritten gegenüber zu wirtschaftlichen Zwecken, beispielsweise der Vergabe eines Kredites, nutzen und diese daher nicht kostenlos erbracht werden muss.
Weiterhin ist fraglich, ob der Schufa tatsächlich Kosten in besagter Höhe entstehen. So verurteilte das Landgericht Berlin (Az.: 14 O 417/97; Urteil v. 14. Januar 1999) die Schufa, an einen Kläger 6 EUR zurückzuzahlen, da das Entgelt für die Eigenauskunft, sofern dem Grunde nach zulässig, nur die tatsächlich anfallenden Kosten abdecken dürfe (§ 34 Abs. 5 Bundesdatenschutzgesetz). Allerdings gibt es auch ein Urteil des Amtsgerichts Aachen vom 29. Januar 2003 (82 C 344/02), das der Schufa den vollen Betrag für die Eigenauskunft zugesprochen hat. Die mündliche Eigenauskunft ist kostenlos. Sie ist aber nur in den in wenigen größeren Städten vorhandenen Schufa-Geschäftsstellen erhältlich.

Datenschutz

Die Schufa kann man sehen wie man will, sie ist auf jeden Fall ein privatwirtschaftliches gewinnorientiertes Unternehmen und demzufolge ständig bemüht, sich neue Kundenkreise zu erschließen. Hierzu zählen in erster Linie Unternehmen aus der Wohnungswirtschaft, der Versicherungswirtschaft sowie die zahlreichen Inkassounternehmen. Da die Schufa über einen derart riesigen Datenbestand verfügt (Die Schufa ist im Besitz von 430 Millionen Einzeldaten von 65 Millionen natürlichen Personen, damit hat sie ca. drei Viertel aller Deutschen erfasst), steht die Frage des Datenschutzes natürlich an herausragender Stelle. So warnten der Bundesbeauftragte für den Datenschutz und einige Landesbeauftragte für den Datenschutz in einer gemeinsamen Presseerklärung (15. Mai 2003) vor einer Entwicklung der Schufa zu einer privatwirtschaftlich organisierten Zentraldatei. Laut Presseerklärung führe jede weitere Datenquelle „zu einem detaillierteren Persönlichkeitsprofil des betroffenen Menschen“. Die gläserne Bürgerin und der gläserne Bürger würden damit Realität. Honi soit qui mal y pense .

Missbrauch

Einmal eingetragen lässt sich ein Schufa-Vermerk so schnell nicht wieder löschen, selbst wenn er zu Unrecht erfolgte, oder aber der Grund für den Eintrag seit geraumer Zeit nicht mehr besteht. Leider kommt es auch bei großen, nach außen hin seriös erscheinenden Unternehmen immer wieder zu Missbrauchsfällen. Bei widersprochenen Forderungen darf zwar gemäß den Schufa-Richtlinien kein Eintrag erfolgen, die Schufa prüft dies aber nicht selbst. Weist der Betroffene der Schufa den erfolgten Widerspruch nach, dann löscht das Unternehmen den Eintrag zwar – der Rufschaden bleibt aber zusammen mit sonstigen unangenehmen Folgen erst einmal bestehen. Strafanzeigen gegen das meldende Unternehmen wegen Verleumdung nach § 187 StGB werden von den Staatsanwaltschaften regelmäßig eingestellt, mit der Begründung, der Verursacher – die einzelne Person in dem Unternehmen – sei kaum zu ermitteln. So schildert das Magazin Focus Online in seinem Schufa-Special zwei besonders krasse Fälle. In Fall Nummer 1 soll einem Lehrling aus München ein Sonderangebot seiner Bank, die Miete eines Handys für 2,50 Euro im Monat, verweigert worden sein mit der Begründung: Laut Schufa-Auskunft habe er 27 600 Euro Kreditschulden. Schließlich stellte sich heraus, dass der 18-Jährige für 2760 Euro einen Gebrauchtwagen auf Raten gekauft und auch schon abgezahlt hatte. Da hat wohl irgendjemand eine klitzekleine Null zuviel in den Computer eingegeben und schon wurden aus 2760 Euro der zehnfache Betrag. Um das Löschen dieses eindeutigen Falscheintrages musste sich der junge Mann übrigens selbst kümmern, was mit viel Zeitaufwand und Ärger verbunden war.

In einem weiteren, von Focus Online geschilderten Fall, leidet ein Geschäftsmann unter einem betrügerischen Namensvetter, der sich mit 35 000 Euro Kreditschulden aus dem Staub gemacht haben soll. Besonderes Pech: Die beiden haben auch noch den gleichen Geburtstag. Der Geschäftsmann soll sich schon mehrfach über „das bürokratische Getue der Banken“ gewundert haben, aber erst ein gerichtlicher Mahnbescheid alarmierte ihn. Der Fall war dann schnell geklärt. Dumm nur, dass er in letzter Zeit mehrfach umgezogen ist: Jedes Mal glaubte bisher die Schufa, unter der neuen Adresse endlich dem wahren Übeltäter auf der Spur zu sein.

Geht das alles mit rechten Dingen zu?

Selbstverständlich tut es das, sonst hätte der Gesetzgeber längst Maßnahmen gegen die Schufa ergriffen. Solange die einschlägigen Bestimmungen des Bundesdatenschutzgesetzes (insbesondere die der Paragrafen 4a und 29 BDSG) eingehalten und die Verhältnismäßigkeit der eingesetzten Mittel beachtet werden, ist gegen die Erhebung und Übermittlung personenbezogener Daten grundsätzlich nichts einzuwenden.
Das wichtigste ist die Einwilligung des Verbrauchers in die Schufa-Klausel, zum einen in Bezug auf die Eintragung, zum anderen in Bezug auf die Abfrage von Daten. Beides ist nur Schufa-Vertragspartnern erlaubt. Sofern Sie keine solche Einverständniserklärung unterschrieben haben und Ihr Name nicht in öffentlichen Schuldnerverzeichnissen auftaucht, gibt es über Sie auch keine Schufa-Akte.
Darüber hinaus dürfen personenbezogene Daten zwischen der Schufa und ihren Vertragspartnern nur dann weitergegeben werden, wenn ein „berechtigtes Interesse“ im Sinne des Bundesdatenschutzgesetzes vorliegt. Das ist nur bei Geschäften von „nennenswertem Umfang“ der Fall, an die ein „wirtschaftliches Risiko“ geknüpft ist (das zum Beispiel beim Abschluss eines Handyvertrages vorliegt). Zudem müssen die Schufa-Vertragspartner bei der Datenübermittlung die Verhältnismäßigkeit wahren, das heißt auch die eventuellen Folgen eines Negativeintrags für den Kunden im Auge haben.

Typische Schufa-Klausel

„Ich bin / Wir sind damit einverstanden, dass die Max Mustermann GmbH der Schufa Holding AG, Kormoranweg 5, 65201 Wiesbaden, Daten über die Beantragung, Aufnahme und Beendigung dieses …. -Vertrages übermittelt und Auskünfte über mich / uns von der Schufa erhält.

Die Max Mustermann GmbH wird der Schufa darüber hinaus Daten auf Grund nicht vertragsgemäßen Verhaltens (z.B. Kartenmissbrauch, Forderungsbetrag nach Kündigung) übermitteln. Diese Meldungen dürfen nach dem Bundesdatenschutzgesetz nur erfolgen, soweit dies nach Abwägung aller betroffenen Interessen zulässig ist.“